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Über Uns
Der Waldkindergarten
Bad Kissingen bietet auf dem Wald- und Wiesengelände unterhalb des
Sinnberges bis zu 25 Kindern im Alter von 2 ½ bis 6 Jahren eine
naturnahe und ganzheitliche Betreuung durch 4 qualifizierte
Erzieher/Innen. In unserem Waldkindergarten halten sich die Kinder das
ganze Jahr über bei Wind und Wetter bis zu 6½ Stunden in
Feld und Wald auf. Bei widriger Witterung bietet eine gemütliche
Waldhütte den Kindern Unterschlupf und ermöglicht es
ihnen, sich am Holzofen aufzuwärmen.
Skandinavisches Vorbild. Unser
Konzept geht auf skandinavische Vorbilder zurück. Die Idee war
dort, Kinder schon früh an die Natur heranzuführen. 1991
lernten die deutschen Erzieherinnen Kerstin Jebsen und Petra Jäger
das Konzept Dänischer Waldkindergärten kennen. Durch die
Erfahrungen dort angeregt erarbeiteten sie sich ein eigenes Konzept und
gründeten 1993 den Waldkindergarten Flensburg. Von Flensburg
verbreitete sich das Interesse an dieser neuen Form der Pädagogik
über ganz Deutschland. 2000 wurde der Dachverband der
bundesdeutschen Natur- und Waldkindergärten gegründet. Heute
gibt es ungefähr 300 Natur- und Waldkindergärten in
Deutschland - Tendenz weiter ansteigend.
Die Gründung
unseres Waldkindergartens ist eine Reaktion auf die veränderte
Lebenssituation unserer Kinder. Eine zunehmend technisierte Umwelt und
das Überangebot an Medien und Unterhaltung bieten unseren Kindern
immer weniger ganzheitliches Erleben, Begreifen und Lernen unter
Einbeziehen aller Sinne und der Seele. Durch das Ungleichgewicht an
motorischer sowie geistig-seelischer Bewegung zusammen mit einer
Überforderung der Sinne entwickeln sich zunehmend Störungen,
die sich belastend für den persönlichen, schulischen aber
auch gesellschaftlichen Lebensweg der Kinder auswirken.
Bewusst spielzeugarm
fördert unser Waldkindergarten mit nur wenigen Hilfsmitteln wie
Hämmer, Sägen und Schnüre bei den Kindern kreative
Prozesse und Phantasie. Kinder stellen ihr „Spielzeug“
selber her. Es wird weniger konsumiert, sondern selber geschaffen und
angeeignet. Selbstverständlich stehen den Kindern aber auch
Kinderbücher, Scheren, Stifte, Papier und andere Materialien zur
Verfügung – alles, was dem Selbstausdruck der Kinder
förderlich ist.
Die primäre pädagogische Kraft ist die Natur selbst.
Durch unbegrenzten Raum, Stille und Zeit werden Kinder in der
Entwicklung ihrer Gefühlswelt, ihrer Konzentrationsfähigkeit
und Ausgeglichenheit unterstützt. Im direkten Kontakt zur Natur
üben Kinder Umsichtigkeit und Rücksicht. Pflanzen, Tiere,
Erde und Wasser werden ihnen vertraut. Die Kinder entwickeln Mut und
Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und lernen auch ihre
persönlichen Grenzen kennen. Sie erleben und begreifen die Natur
unmittelbar. Sie lernen den achtsamen Umgang mit jeder Art von Leben.
Der Kreislauf der Natur wird gespürt und mitgelebt. Die Kinder
erleben sich als Teil eines größeren Ganzen.
Bewegung an der frischen Luft ist das A und O in
unserem Waldkindergarten. Die Kinder sind ständig in Bewegung.
Klettern und Balancieren stimulieren Körper und Motorik. Es wird
die Grob- und Feinmotorik durch natürliche, differenzierte,
lustvolle Bewegungsanlässe und -möglichkeiten gefördert.
Die Ergebnisse neurophysiologischer und entwicklungspsychologischer
Untersuchungen unterstreichen die Bedeutung körperlicher Bewegung
und feinmotorischer Entwicklung für die Entfaltung geistiger und
letztlich auch seelischer Anlagen. Der Aufenthalt in der Natur bei Wind
und Wetter stärkt die körperliche Gesundheit. Fünf bis
sechs Stunden täglich frische Luft bedeuten auch weniger
Infektionskrankheiten. In Lebensfreude Wind und Wetter ausgesetzt zu
sein, stärkt das Immunsystem.
„Ich schütze, was ich liebe“. Durch
das unmittelbare Erleben der Jahreszeiten lässt sich der Wandel,
der allem innewohnt, begreifen und miterleben. Im Spiel mit und in der
Natur kommen die Kinder immer wieder mit Tieren und Pflanzen in
Berührung. Jedes findet seinen eigenen Zugang dazu und kann so
Nähe und Verbundenheit zu anderen Lebewesen entwickeln. Die
Sozialkompetenz wird gefördert durch das Erleben der eigenen
Grenzen, das Akzeptieren von Ängsten oder das Überwinden
derselben, das achtsame Miteinander der Kinder,
Verantwortungsbewusstsein, die gegenseitige Unterstützung von
älteren und jüngeren Kindern, und die Erfahrung, gemeinsam
einen Teil des eigenen Lebensraumes zu gestalten. Diese Erlebnisse im
Kindesalter sind die beste Grundlage für ein auch in späteren
Jahren noch tiefes Verständnis für die Umwelt und den Respekt
vor jedem Lebewesen, ob Pflanze, Tier oder Mensch. So sind Natur- und
Waldkindergärten ein ökologisches und ökonomisches Thema
der Gegenwart und Zukunft.
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